FDP Mainz-Hechtsheim
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Bürgerhaus im Dornröschenschlaf


19. September 2020

Oliver Gehrig in der LZ am 19. September 2020

HECHTSHEIM – Nur schwach genutzt wird das neue Hechtsheimer Bürgerhaus bisher von den Vereinen. Der Ortsbeirat hat das Problem erkannt und will die Vereinsvertreter stärker einbinden. In einem einstimmig verabschiedeten FDP-Antrag fordert das Gremium, eine Umfrage unter den Hechtsheimer Vereinen zur Nutzung des Bürgerhauses durchzuführen und auch den Hechtsheimer Vereinsring einzubinden.

„Das Buchungssystem ist zwar digital, aber es ist nicht einfach zu handhaben“, erläuterte die stellvertretende Ortsvorsteherin Birgit Zehe-Clauß (FDP) den Hintergrund. „Zudem sind die Kosten für die Vereine teilweise zu hoch.“ Daher sollten die Bürgerhaus GmbH und die Verwaltung noch einmal mit den Vereinen Kontakt aufnehmen. Folgende Fragen müssten beantwortet werden: Wo kann nachgebessert werden? Warum nutzen die Vereine das Bürgerhaus nicht? „Das Bürgerhaus befindet sich im Dornröschenschlaf“, betonte Zehe-Clauß.

„Für die Landfrauen und für andere kleinere Veranstaltungen ist das Bürgerhaus unverhältnismäßig teuer“, kritisierte Reinhard Schwarz (Freie Wähler). „Die Bandbreite an Vereinen, die das Bürgerhaus belegen, haben wir leider nicht.“ Das sei alles bekannt, entgegnete Franz Jung (CDU). „Warum müssen wir das x Mal durchkauen?“ Ortsvorsteherin Tatiana Herda Munoz (SPD) erwiderte, der Ortsbeirat müsse immer wieder hinterfragen. „Dieses Bürgerhaus ist für die Vereine finanziell nicht stemmbar.“

Konrad Meier (CDU) gab bekannt, dass die Hechtsheimer Winzer ihre Weinprobiertage nicht im Bürgerhaus veranstalten können. Das sei finanziell nicht machbar. „Die Bürgerhaus GmbH muss Marktwirtschaft lernen und den Preis senken“, forderte Meier.

Dass in punkto Bürgerhaus einiges im Argen liegt, machten auch die chaotischen Rahmenbedingungen der jüngsten Ortsbeiratssitzung deutlich. Da die Bürgerhaus GmbH den großen Saal an diesem Abend zweimal vergeben hatte, musste das Gremium im Stehen im Foyer tagen. Dabei standen einige Zuschauer zwischen den Fraktionen, die nur so ungefähr geordnet waren. Für die Pressevertreter war das Abstimmungsverhalten der Fraktionen in diesem Chaos kaum wahrzunehmen. Insgesamt ein unwürdiges Spektakel, wie es in den jüngsten 23 Jahren im Hechtsheimer Ortsbeirat noch nie vorgekommen ist.

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